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    5. Oktober 2026 · 5 min

    KI Transformation läuft in Phasen, AI Operating Modelle werden sich verändern

    KI TransformationAI Operating ModelSemantikOrganisationsdesignHierarchie
    von Bianca J. Schulz

    Wenn Sie schon mal mit einem KI Agenten gearbeitet haben, wissen Sie, dass er Formulare ausfüllen kann. Er kann verschiedene Informationsquellen nutzen und dann weiß er wie man es ausfüllen muss. Das Formular wird an jemanden versendet, der es wiederum in ein System einliest. Dann stellt sich doch zwangsläufig die Frage, wozu das Formular. In Zukunft muss es so sein, dass mein KI Agent die gewünschten Informationen direkt an die andere Stelle sendet oder einspeist.

    Das ist der logische nächste Schritt.

    Damit all das irgendwann wahr werden wird, werden wir nun viele Jahre lang unsere reale Welt codifizieren, die Bedeutung unserer Welt verschriftlichen, in semi-strukturierte Daten umwandeln. Die Zusammenhänge zwischen Bedeutungen ebenfalls.

    Das wird viele Jahre lang dauern, bis das alle umgesetzt haben, so dass KI Agenten auf beiden Seiten was damit anfangen können.

    Daraus folgt: die KI Transformation verläuft in Phasen.

    Die Phase der Verwirrung

    Im Moment haben wir eine Phase der Verwirrung und der Panik. Und der Experimente.

    Es gibt schon von großen Tech und KI Firmen die persönlichen KI Agenten. Es gibt KI Agenten auch schon längst souverän und mit lokaler KI.

    Diese KI Agenten werden immer besser.

    Wer jetzt schlau ist, fängt schon an sich mit Semantik, Context, Onthologie, Knowledge Graph und all den Buzzwords auseinander zu setzen.

    Aber eigentlich sind es Klassiker aus dem Bibliothekswesen, aus der Datenmodellierung und anderen Bereichen, neu aufgelegt und neu kombiniert.

    Alles, was KI Agenten mal in Zukunft tun könnnen sollten, muss als Bedeutung verschriftlicht und codifiziert werden.

    Einige Firmen tun das bereits. Die großen Tech und KI Firmen tun es auf jeden Fall. Was machen Sie?

    Die Phase der neuen Unternehmen

    Große Unternehmen, die zu langsam sind sich zu verändern, können von neuen Unternehmen abgehängt werden.

    Das ist die nächste Phase. Neue Unternehmen, die sich von Anfang an neu formieren, also neue Rollen, neue Abläufe, neue Strukturen und gleich zu Beginn alles codifizieren, können mit viel weniger Aufwand und Leuten arbeiten und können ganz andere Dienste anbieten.

    Das old school Unternehmen verlangt von ihren Kunden noch das Ausfüllen von Formularen und der neue kleine Konkurrent lässt seine Kunden über deren KI Agenten die Informationen übermitteln oder, bietet noch viel direkte Services für deren KI Agenten an.

    Diese Phase wird wieder ein paar Jahre dauern, bis irgendwann die neuen Unternehmen die alten überholt haben.

    Nach dieser Phase wird die Welt vollständig anders aussehen. So stelle ich mir das vor.

    Und die Plattformen?

    Ich kann mir auch gut vorstellen, dass die Plattformen, mit denen wir heute unser Leben und unsere Firmen managen, gar nicht mehr existieren werden, denn mit lokaler KI kann man so viel machen, wozu brauche ich denn noch eine zentrale Stelle?

    Die Daten, die kodifizierte Bedeutung muss sowieso die Plattform verlassen, so dass KI Agenten arbeiten können. Die UI ist ja schon weg, Stichwort headless AI.

    Also brauche ich nur noch Discovery und Trust. Und das kann ich auch auf mehrere Stellen verteilen.

    Ich denke, wir sollten uns diese Phasen einmal vorstellen und überlegen, was das für heute heißt.

    Hierarchie passt nicht mehr

    Eine Hierarchie mit einer Befehlskette wie im Militär, macht dann Sinn, wenn ganz genau klar ist, was zu tun ist. Wenn jede Bewegung sitzen muss. Wenn jeder exakt wissen muss, was in welcher Situation gefordert ist, wie zu reagieren ist, wer wem welche Anweisungen gibt.

    Dieses Operating Modell passt schon lange nicht mehr. Es passte schon vor KI nicht. Es passt jetzt erst Recht nicht. Wir machen alle Experimente. Keiner weiß was zu tun ist. Sicher gibt es Berater, die Ihnen den Eindruck vermitteln wollen, dass sie es wüssten. Was Quatsch ist. Es haben alle ungefähr zur gleichen Zeit begonnen sich mit KI auseinander zu setzen. Der Vorsprung einiger weniger ist gering.

    Der einzige gerechtfertigte Vorsprung, den manche haben und ich zähle mich dazu, ist die Erfahrung in vielen verschiedenen Gebieten UND KI und die Kombinationsgabe aus diesem Wissen neue Erkenntnisse ableiten zu können.

    Die Phase der Verwirrung, die wir jetzt haben, in dieser Phase nützt ein hierarchisches Organigramm wenig. Keiner weiß genau wie die nächsten Schritte sein sollen. Also bleibt nur experimentieren und lernen.

    Wenn man sich nun vorstellt, dass neue Firmen entstehen werden, die alles, was die KI benötigt kodifiziert hat und damit nun den Kunden neue Dinge anbieten kann, passt ein hierarchisches Konzept wieder nicht.

    Die Interaktionen zwischen den KI Agenten der Kunden und den KI Agenten der Firmen iteragieren so schnell, soll man da wirklich die Befehlskette rauf und runter? Viel zu langsam.

    Im hierarchischen Modell geht man davon aus, dass der Übergeordnete mehr weiß und mehr Informationen hat als die Untergeordneten. Das ist ja schon seit vielen Jahren nicht mehr der Fall.

    Was es stattdessen braucht

    In der Phase, in der wir die Welt kodifzieren, brauchen wir eine direkte Zusammenarbeit zwischen denen, die die Bedeutung halten und denen, die es bauen und denen, die es am Laufen halten und denen, die es absichern und denen, die den Kunden kennen etc.

    Keiner dieser Personen weiß vorher wie es sich ausgehen wird. Also sind Hierarchien hier zu wenig nütze.

    Was man aber benötigt sind Unterstützung, Befähigung, die Vorgabe einer Richtung, das Setzen von Grenzen, das Halten des Fokus. Und noch vieles mehr.

    Das etwas anderes als ein hierarchisches Organigramm. Geben Sie mir Recht?

    Ausblick

    Wie ein AI Operating Model nach dieser Phase mal aussehen wird, ehrlich gesagt, keine Ahnung.

    Aber sicher weiß ich, dass all das vorhandene Wissen, dass es schon gibt in Sachen Arbeitsweisen, Methoden und Organisationsdesign eine gute Basis ist. Es erweitert das Sichtfeld und den Horizont. Das ist schon mal der erste Schritt.

    Und dann heißt es experimentieren, lernen und sich als Organisation weiter entwickeln.

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